Test

Klangaufpäppler

19. Dezember 2011

Bose Cinemate 1SR - Heimkino-System

Ein weiterer «Klangverbesserer» fürs Heimkino! Und erst noch eine Soundbar. Haben wir doch alles schon durchgespielt ... oder etwa nicht? Könnte der Cinemate 1SR von Bose die elegante Befreiung vom dünnen TV-Sound bedeuten?

Die Verpackung ist lang, zu lang, um beide Handgriffe bequem erreichen zu können. Und leicht ist sie auch nicht gerade. Wieder einmal packe ich die Einzelteile im Untergeschoss aus. Diese sind, wie immer bei Bose, sauber gekennzeichnet, die Kleinteile und Kabel in separaten Schachteln verpackt.

Ausgepackt

Das Digital Home Theater System Cinemate 1SR von Bose besteht im wesentlichen aus drei Teilen:

Hauptverantwortlich für den Klang ist die Soundbar, die als Speaker Array bezeichnet wird. In der Soundbar ist auch eine Verstärkerplatine untergebracht, die über zwei Eingänge gefüttert wird: Der Audioeingang, zu dem das Audiosignal des Fernsehers geführt werden soll, verfügt über einen analogen und zwei digitale (optical und coaxial) Eingänge. Somit sollte das Cinemate 1 SR System mit jedem einigermassen zeitgemässen Fernseher  verwendet werden können. (Natürlich darf nur eine Verbindung gewählt werden, vorzugsweise digital).

Wichtiger Bestandteil der M41 ist das ausgezeichnete LC-Display.

Der ausschliesslich digitale (optical und coaxial) Aux-Eingang dient zum Anschluss eines zusätzlichen Gerätes, z.B. eines Blu-Ray Players, damit eine optimale Klangqualität gewährleistet wird. Diese Verbindung ist optional und dient nur als Ergänzung, ersetzt also die Hauptverbindung nicht.

Alle möglicherweise benötigten Kabel liegen bei.

Die Anschlüsse befinden sich auf der Unterseite der Soundbar .

Um satte Bässe und auch die vor allem spürbaren Subbässe zu generieren, benötigt man einen Subwoofer, der bei Bose Acoustimass Modul heisst und bei der Cinemate 1SR kabellos mit der Soundbar kommuniziert.

Anschlussmässig hat der Subwoofer nicht allzuviel zu bieten, benötigt man doch nur das mitgelieferte Netzkabel. Es gibt da zwar noch zwei weitere Buchsen, «Service» und «Data», doch sind diese «for service use only».


Und dann findet man an gleicher Stelle noch einen Regler, den «Bass control knob», den man jedoch (zumindest für die Einmessung) in der einrastenden Mittelstellung belassen sollte. Danach kann man den Bassanteil dem eigenem Gusto (oder der Wohnsituation) anpassen.

Die Anschlüsse befinden sich auf der Unterseite der Soundbar .

Das Bedienpanel des Bose Acoustimass Modul.

Einmessen

Ein viertes Teil, das ich oben nicht erwähnte, da es im Idealfall nur einmal benötigt wird, ist das Adaptiq Audio Calibration System. Dieses besteht aus einem Kunststoffbügel, der wie ein Kopfhörer aufgesetzt wird, nur dass die beiden Bügelchen auf den Ohren aufliegen sollen. In beiden Bügeln ist je ein Messmikrofon eingelassen. Deshalb sollte man beim Einmessvorgang den Kopf in «normaler Fernsehposition» halten.

Das enorm lange Kabel mit dem Mini-Stereo-Klinkenstecker am anderen Ende wird (nach erfolgter Systeminstallation) in die (normalerweise abgedeckte) Buchse auf der linken Seite der Soundbar eingesteckt.

Automatisch beginnt die Einmessprozedur in der zuvor auf dem Fernseher gewählten Sprache: An fünf verschiedenen Orten im Raum werden Messungen vorgenommen, um den Gesamtklang für alle Positionen zu optimieren.

Nach diesem nur ein paar Minuten dauernden Prozedere wird einem zur erfolgreichen Installation und Einmessung gratuliert und der Audiospass kann beginnen.

Das Adaptiq Audio Calibration System.

Programmierbare Fernbedienung

Die mitgelieferte Fernbedienung dient nicht nur der Erstinstallation und danach der Cinemate-Bedienung (nur on/off!), sondern könnte auch die Remote-Vielfalt eindämmen. Da ich mich nach der Anschaffung normalerweise mit einem Gerät und dessen Fernbedienung auseinandersetze, ist eine «Allerweltsfernbedienung» zwar wünschenswert, doch kenne ich mich auf dem Original im Schlaf aus. Deshalb sind bei uns sämtliche Originalfernbedienungen in Griffnähe.

Diese Fernbedienung ist Bestandteil des Bose Cinemate 1SR Systems.

Doch wollte ich natürlich wissen, wie einfach es ist, die Bose Remote für meinen bunt gemischten Gerätepark zu programmieren. In einer 34seitigen Broschüre sind nichts als Codes für die möglichen Produkte aufgeführt. Meine fünf Exoten fand ich auf Anhieb und konnte sie ausnahmslos aktivieren, allerdings musste ich bei zweien mit mehreren Codes versuchen. Von all den aufgeführten Produktenamen hatte ich über die Hälfte noch nie gehört.

Klang

Nach meinen bisher eher mässigen Erfolgserlebnissen mit Soundbar-Systemen wurde ich vom Bose-Klang positiv überrascht: Kein Vergleich mit dem nun eher als quäkend empfundenen Originalsound des Fernsehers. Doch in Begeisterungsstürme brach ich auch nicht aus, als ich mir eine Musiksendung via Satellit anschaute. Bei durchschnittlichen TV-Sendungen war klar eine Verbesserung da, der Ausdruck «Raumfüller», diesmal mit mehr Boden dank dem Subwoofer, schien angebracht, doch das durfte erwartet werden.

Also legte ich eine Blu-ray ein: Naturfilm mit Klangeffekten, bombastische Meeresbrandung, zirpende Grillen, kreischende Vögel ... Wow! Nun zeigte die Cinemate 1SR ihre Qualitäten. Die Soundkulisse wirkte plötzlich überzeugend.

Stereo

Natürlich wollte ich nun noch wissen, ob die Bose-Kombination auch eine Stereoanlage ersetzen könnte, also echten Musikgenuss ohne (ablenkendes) Bild ermöglicht. Dazu organisierte ich weitere Ohrenpaare, da ich die Beurteilung nicht alleine vornehmen wollte. Interessanterweise waren wir uns jedoch mehrheitlich einig: Die Cinemate 1SR plaziert die einzelnen Instrumente nicht gleich exakt wie die Stereoanlage, wirkt eben (vor allem bei viel rhythmischem Höhenanteil) eher als Raumfüller und Eindrucksverstärker. Der grosse Vorteil ist jedoch, dass es bei der Cinemate keinen sogenannten «Sweet Spot» gibt, also keine örtliche Einschränkung für das optimale Stereoerlebnis; dank der Einmessung an fünf Stellen im Raum ist das Klangempfinden überall beinahe identisch.

Was man vom Cinemate 1SR nicht erwarten darf, ist ein «Surround» Eindruck. Der Raum ist zwar gefüllt, doch kommen die Informationen immer klar aus der Richtung Fernseher resp. Soundbar, was auch richtig ist.

Vielseitig

In der ersten Position deckte die Soundbar dummerweise das Fernbedienungs-Empfangsfensterchen meines Fernsehers ab. Deshalb wollte ich auch andere Positionen ausprobieren. Da sie nun nicht mehr auf dem gleichen harten Untergrund stand und auch etwa 20 cm nach vorne gerückt worden war, veränderte sich der Klang. Also packte ich erneut das Adaptiq System aus, steckte die Buchse ein ... und wenig später hatte ich wieder das genau gleiche Klangerlebnis wie vor der Positionsänderung. Das Audio Calibration System arbeitet hervorragend.

Das Akkufach ist für den grossen Akku vorgesehen.

Die Position der Soundbar ist in einem weiten Feld möglich, da durch das Einmessen der fünf Positionen der optimale Klang gewährleistet bleibt.


Übrigens könnte die Soundbar auch 90° gedreht an die Wand montiert werden (Montagematerial separat erhältlich), z.B. wenn der Flachbildschirm schon an der Wand hängt. Ich habe auch dies simuliert, neu eingemessen - perfekt.

Fazit

Wir wissen es schon längst: Bose Produkte sind weder für Schnäppchenjäger noch für «Audiophile» mit Vorurteilen.

Für mich zählt einzig die persönliche Erfahrung. Und die ist, in Stichworten zusammengefasst:

Qualitätseindruck: Hervorragend gefertigt.

Installation: Einfacher geht’s kaum mehr.

Klang: In jedem Fall eine Verbesserung des TV-Sounds. Je besser der Originalsound, desto grösser der Qualitätszuwachs.

Also: Kein Ersatz für die Stereoanlage, jedoch (wie der Name schon verspricht) ein Cine Mate (ein «Kino Kumpel»), ein Klangaufpäppler für einen grossartigeren Bildgenuss - jedoch ohne Surround-effekt.