Test

Schönling

15. Februar 2010

Philips NP2500 Streamium

Der Philips Network Music Player NP2500 Streamium ist WiFi tauglich. Der Netzadapter sowie die Audio-Verbindung zur Stereoanlage sind nach wie vor auf Kabel angewiesen. Ob er als Musikstreamer und als Radio taugt, zeigt dieser Test.

Es heisst, schöne Menschen hätten es leichter im Leben. Das ist schwierig zu beweisen. Klar ist jedoch, dass schön designte Geräte schon mal mit ihrem Äusseren punkten. Und der Philips Network Music Player gehört zu dieser Gruppe: Noch bevor ich ihn zu installieren begann, erfreute mich sein schlichtes, elegantes Design. Den NP2500 stellt man gerne sichtbar auf ... wenn nur die schnöden Kabel nicht wären.

Schnell im Internet

«Ganz ohne Kabelsalat» steht auf der Verpackung. Das trifft jedoch nur für die Internetverbindung zu: Das Gerät ist WiFi tauglich. Der Netzadapter sowie die Audio-Verbindung zur Stereoanlage sind nach wie vor auf Kabel angewiesen. Und da ich aus diversen Gründen kein WiFi-Freund bin, benütze ich sogar für den Internetzugang ein Ethernetkabel.

Die rückseitigen Anschlussbuchsen sind übersichtlich und leicht zugänglich angeordnet, die Installation somit ein Kinderspiel. Ein paar Minuten später höre ich Internetradio in ausgezeichneter Qualität über meine Stereoanlage (die Musikqualität hängt natürlich in erster Linie vom Sender resp. dem generierten Stream ab, doch spielen die Wandler und Vorverstärker eine nicht zu vernachlässigende Rolle).

Dank dem dauernden Internetzugang ist auch ein Firmwareupdate jederzeit problemlos möglich. Während dieses Tests wurde ich automatisch informiert, dass neue Firmware bereitstehe. Auf Knopfdruck werden Download und Installation initiiert. Nach einem Neustart hiess es unter anderem, dass WiFi nun «secure» sei.

Klein aber fein: Das Farbdisplay des NP2500 ist ausgezeichnet

Programmierung

Um aus dem riesigen Angebot von Sendern, die sich sowohl inhaltlich als auch klangmässig qualitativ enorm unterscheiden, auswählen zu können, gibt es diverse Möglichkeiten:

- 10 programmierbare Sender unter «Voreinstellungen»
- eine grosse Zahl «Lieblingssender»
- eine Suchfunktion, in der man den Namen eines Senders eingeben kann
- Suchfunktionen unter «Alle Sender» nach diversen Kriterien wie Musikgenre, Land, Sprache u.v.m.

Die übersichtlichen Anschlüsse auf der Rückseite: Audio und Netzteil in der Mitte, LAN und Kopfhörer im schwarzen Teil.

Navigation

Wer mit einem Handy umzugehen weiss, kann relativ flott im Streamium navigieren. Allerdings scheint mir der Datenbuffer etwas klein geraten, muss er doch während der Suchfunktion regelmässig nachladen.

Die Bedienung würde mit einem grösseren Display (oder gar zwei oder drei über die Front verteilte Bildschirmchen - es müssen nicht alle farbtauglich sein) wesentlich vereinfacht und viel übersichtlicher (das spendierte farbfähige Display ist zwar qualitativ ausgezeichnet (OLED?) aber nur gerade mal 7 x 5 cm klein). Leider wird der farbige Hintergrund (Sender Logo resp. CD Cover) noch von einem Infostreifen oben und diversen Schriftinformationen (evtl. ID3-Angaben in Laufschrift, darunter Sender- oder Album-Information, Log-in Dauer und Ortszeit) überdeckt.

Für viele Funktionen gibt es diskrete Tasten auf der Fernbedienung, ohne die übrigens fast nichts geht, da am Streamium nur gerade vier Taster vorhanden sind: Ein/Aus, Stumm, Lautstärke plus und minus. Es lohnt sich also, nicht nur die Bedienungsanleitung (als PDF auf der CD) sondern auch die diversen Tasten der vielseitigen und relativ übersichtlichen Fernbedienung zu studieren - und die Fernbedienung nicht zu verlegen.

Und wenn wir schon bei der Fernbedienung sind: Wieso muss man, um einen Schritt zurück zu machen, die spezielle «back»-Taste drücken und nicht einfach die linke Cursortaste wie bei den meisten Geräten?

Ohne die aufgeräumte Fernbedienung geht nichts ...

Musik aus dem Rechner

Dem NP2500 liegt eine CD mit dem Handbuch sowie Twonky Media Server Software (für Windows, Mac und Linux) bei. Ich holte mir gleich die neuste Version der Twonky Software von der Hersteller Page. Nach der Installation wird man durch diverse Schritte geführt und muss u.a. eingeben, in welchen Ordnern im Rechner sich Audio-, Bild- und Video-Dateien befinden.

Dass diese universell verwendbare Software inkl. Lizenz mitgeliefert wird, ist ein nicht zu unterschätzendes Plus.

Zusammen mit dem PDF Handbuch gelang es mir auf Anhieb, die Verbindung zwischen meinem Mac und dem Streamium herzustellen. Leider erwies sich die Suche nach gewissen Titeln auf dem kleinen Bildschirm, der nach jedem Schritt nach links wegscrollt, eher unübersichtlich, vor allem wenn man mit der Musiksuche am Rechnerbildschirm direkt vergleicht oder iPod verwöhnt ist.

Die Audioqualität jedoch ist hervorragend. Mit aktivierter «Full Sound» Funktion wird der Qualitätseindruck sanft aber effektiv verbessert.

Erfreulich auch, dass die CD Covers inkl. Interpreten- und Stückinformationen dargestellt werden.

Natürlich ist man ja automatisch mit dem Rechner verbunden, wenn man den Internetrouter benützt ... aber eben nur wenn der Computer läuft. Und die ideale Situation wäre ja, die eigenen Musik-Dateien abspielen zu können, ohne den Rechner aufstarten zu müssen. Deshalb finde ich es schade, dass Philips dem NP2500 keinen USB Anschluss spendiert hat. Wie einfach wäre es, eine externe Festplatte oder gar einen USB-MP3 Player direkt anschliessen und den Inhalt abspielen zu können!

Für die vielen unterstützten Codecs jedoch muss man Philips ein weiteres Kränzchen winden: Der NP2500 spielt neben MP3 und WMA auch FLAC, AAC, PCM und OGG Dateien und unterstützt Wiedergabelisten. Das ist nicht selbstverständlich!

Es ist auch möglich, Bildmaterial (JPEG) aus dem Rechner zum NP2500 zu streamen, doch muss ich ehrlich gestehen, dass die minimale Bildschirmgrösse dies für mich nicht eben attraktiv macht. Ich würde diese Möglichkeit also eher als «nette Zugabe» bezeichnen.

Fazit

Philips bietet mit dem Streamium ein Gerätchen an, das schon durch sein Äusseres besticht. Dank der einfachen Installation, dem raschen Erfolgserlebnis und der bemerkenswerten Audioqualität wird es viele Internetradio Fans begeistern. So macht Radiohören wieder Spass!

Alles, was Philips verspricht (und das ist weit mehr als «üblich»), wird auf mehr oder weniger elegante Weise erfüllt. Schade finde ich, dass die direkte Abspielmöglichkeit via USB fehlt.

Gutes Design und ein gutes (wenn auch kleines) Farbdisplay haben eben ihren Preis, der, alles berücksichtigt, gerechtfertigt scheint.