Test

Genussobjekt

8. Februar 2010

Sennheiser RS 180 Funkkopfhörersystem

Das Funkkopfhörerset RS 180 von Sennheiser ist im selben Design gehalten, wie das RS 170 Set. Der RS 180 ist jedoch eine offene Konstruktion. Er ist auf Highest Fidelity getrimmt und verzichtet auf Gimmiks wie Bassanhebung und Surround Simulation.

Im Dezember war bereits mein Test des Funkkopfhörersets RS 170 von Sennheiser erschienen. Da sich der RS 180 (zumindest äusserlich) nur in wenigen Punkten vom RS 170 unterscheidet, gestatte ich mir Querverweise, um nicht alle gemeinsamen Details nochmals erwähnen zu müssen.

Das RS 180 Funkkopfhörerset ist im selben Design gehalten, wie das RS 170 Set. Das edle, matte Anthrazit wurde jedoch in Richtung Silber etwas aufgehellt. Der Sender ist matt, die Muscheln des Kopfhörers jedoch glänzend, eine Kombination, die ich persönlich nicht gleich elegant empfinde.

Dass es sich (im Gegensatz zum geschlossenen RS 170) um eine offene Konstruktion handelt, ist visuell an der gelochten, schwarzen Aussenseite der Ohrmuscheln zu erkennen.

Die leicht auswechselbaren Ohmuschelpolster sind in schwarzen Samt gehalten, was gegenüber der Kunstlederkonstruktion der RS 170 vor allem bei längerem Tragen wesentlich angenehmer empfunden wird. 

HiFi

Der RS 180 ist voll auf Highest Fidelity getrimmt. Für die Funkübertragung wurde ebenfalls das bewährte Kleer-Prinzip gewählt, doch wurden auf Home Entertainment Gimmiks wie Bassanhebung und Surround Sound Simulation verzichtet: Die Musik soll unsere Gehörgänge möglichst unverfälscht erreichen.

Der Sender des RS 180 ist gleich konstruiert, weist jedoch zwei wesentliche Differenzen auf. Zum einen wurden auf der Frontseite der Bass- und der Surround-LED-Schalter mit einem ALC (=Automatic Level Control) LED-Schalter ersetzt. Ich empfand die ALC-Wirkung je nach Klangquelle beinahe wie die altehrwürdige Loudness Control, doch lag ich damit völlig daneben. ALC ist ein dynamischer Kompressor, der die Lautstärke ausnivelliert mit dem Ziel, die Sprache verständlicher zu machen, sollte also für Musikgenuss eher nicht verwendet werden, sondern nur, wenn der Kopfhörer z.B. für individuelles Fernsehen eingesetzt wird.

Zum anderen finden wir auf der Rückseite zwei zusätzliche Cinchbuchsen mit der Bezeichnung Line Out. Diese finden Verwendung, wenn der RS 180 Sender in eine bestehende Verbindung zwischen der Audioquelle und einem weiteren Gerät (z.B. zwischen Vor- und Endstufe) eingefügt werden soll. Deshalb liegt dem Gerät zusätzlich ein Adapter 3,5 mm Klinkenbuchse auf 2 Cinch-Stecker bei (erfreuliche Detailpflege). 

Samt statt Kunstleder erhöht den Tragekomfort wesentlich.

Balance

Am Kopfhörer selber hat sich (was die Taster betrifft) wenig geändert. Wo beim RS 170 Bass und Surround Simulation ein- und ausgeschaltet wurden, kann man nun die Balance (links und rechts) anpassen. Glücklicherweise bewirkt ein Druck auf beide Tasten gleichzeitig ein Reset, um die korrekte Mittenposition wieder herzustellen.

Für die Lautstärketasten gilt, was ich schon beim RS 170 bemerkte: Das «Erfühlen» der kleinen Tasten war für mich auch nach längeren Versuchen nicht befriedigend. 

Funktionswechsel: Balance statt Surround und Bass.

Reichweite

In den technischen Spezifikationen wird die Reichweite des Funksignals mit 100 m sogar höher angegeben, als beim RS 170. 

Ich machte die exakt gleichen Versuche und hatte auch die exakt selben Resultate: Je nach baulichen Gegebenheiten und der Platzierung des Senders kann die Verbindung schon im Nebenraum (ca. 5 m) abbrechen, jedoch im oberen Stockwerk (ca. 10 m) oder gar im Garten (ca. 20 m) perfekt funktionieren.

Klang

Der RS 180 klingt wie das Original über die Studiomonitore: Luftig, transparent, echt - der Unterschied zum RS 170 ist frappant. Ob es nur an der offenen Bauweise liegt, kann ich nicht beurteilen. Aber das superbe Hörresultat ist ja entscheidend.

Durchschlaufmöglichkeit: Zusätzliche Cinch-Ausgänge.

Fazit

Sennheiser hat mit zwei beinahe identisch aussehenden Funkkopfhörern zwei völlig unterschiedliche Produkte geschaffen, die verschiedene Bedürfnisse abdecken. 

Der RS 180 ist der ideale HiFi-Kopfhörer für möglichst unverfälschten Musikgenuss. Die hervorragende Klangqualität und der erhöhte Tragkomfort (Samt statt Kunstleder) rechtfertigen auch den höheren Preis.