Test

HD für alle

5. März 2012

Zwei Technisat HD Satellitenreceiver

Nun strahlt die SRG SSR also alle sechs TV Programme in HD aus ... über Satellit. Aus der aktuellen Receiver-Auswahl haben wir uns zwei unterschiedliche Technisat Modelle zum Test geholt.

Der 29. Februar 2012 war ein wirklicher Schalttag: Alle sechs Schweizer Programme wurden ab sofort auch in High Definition ausgestrahlt. Und da in vielen Haushalten «HD ready» oder gar «Full HD» Flachbildschirme stehen, steht dem besseren Bild (und auch Ton) nur noch wenig im Weg.

Kabelprovider werden das neue Signal direkt einspeisen. Wer jedoch auf die Schüssel setzt, benötigt zum Empfang einen HD Sat Receiver. Diese gibt es zwar schon seit längerer Zeit, doch nun sollen sie besser, betriebssicherer und vor allem auch preisgünstiger sein.

Aus dem recht breiten Angebot haben wir zwei unterschiedliche Modelle von Technisat näher unter die Lupe genommen: Das Einsteigermodell Technibox HD VAC und den Digit Isio S1 für gehobene Ansprüche.

Grosse Unterschiede: Die beiden Modelle unterscheiden sich nicht nur in den Möglichkeiten und dem Preis, sondern auch bei den Anschlüssen.

Technibox HD VAC

Das speziell für die Schweiz konzipierte Einsteigermodell bringt nur gerade 400 Gramm auf die Waage. Es ist wirklich nur minimal ausgestattet, hat aber alles, was man zum problemlosen HD-Empfang via Satellit in der Schweiz benötigt.

Die Installation ist denkbar einfach: Schüsselkabel anschrauben, die Technibox via HDMI (das Kabel liegt erfreulicherweise bei) mit dem Fernseher verbinden, die Viaccess-Karte in den Frontschlitz einführen, das 12V Netzgerät anschliessen, die beiliegenden Batterien in die Fernbedienung einlegen ... und los geht’s.

Die Technibox Front.

Bei der Erstinbetriebnahme muss man ein paar Entscheidungen treffen (die jedoch später auch wieder geändert werden können). Und da das Gerät ja vor der Bekanntgabe der Schweizer HD Frequenzen gefertigt wurde, muss man noch einen Sendersuchlauf starten, der sich glücklicherweise auf die Schweiz beschränken lässt und in diesem Fall in einigen Sekunden abgeschlossen ist. Alle sechs neuen HD Frequenzen werden gefunden, die Sender ins Verzeichnis integriert.

Der neue Dolby Digital Ton wird 1:1 über HDMI weitergegeben.

Die Anschlüsse befinden sich auf der Unterseite der Soundbar .

Auf der Frontplatte befindet sich links neben dem etwas altbacken wirkenden Display der Viaccess-Karten-Slot, rechts davon drei Taster (Prg up und down, sowie on/off).

Der Entscheid, ob das Design der Technibox preiswürdig ist, sei jedem selbst überlassen. Auf alle Fälle erfüllt das silbrige Kunstoffgehäuse seinen Zweck.

Bedienung

An der Fernbedienung hat sich in den zwei Jahren (seit meinem letzten Technisat Test) kaum etwas geändert. Das Layout der Software wurde jedoch übersichtlicher und zweckmässiger und sieht gut aus. Nur dass man die gedruckte Bedienungsanleitung auf «Quick Start» reduziert hat und die rund 50ig-seitige nur noch als PDF auf CD mitliefert, finde ich schade, liegt jedoch im Trend.

Die Anschlüsse befinden sich auf der Unterseite der Soundbar .

Nicht alle Funktionen sind intuitiv zu finden; ab und zu benötigt man Hilfe aus der Bedienungs-anleitung - leider eben am Rechner.

Aufnahme

Es ist nun wirklich einfach geworden, TV-Programme (auch in HD) aufzuzeichnen. Ob man gerade direkt oder via Timer aufzeichnen will, alles ist logisch und übersichtlich. Auch das Abspielen eines aufgezeichneten Programms geht reibungslos: Vor- und Rücklauf funktionieren mit bis zu 32-facher Geschwindigkeit, die Aufzeichnungsqualität ist verlustfrei.

Einschränkung

Da die auf der TechniBox HD VAC formatierte Festplatte von anderen Geräten nicht erkannt wird (laut Technisat wegen Viaccess Auflagen), können die aufgezeichneten Programme nur über dasselbe Gerät abgespielt und auch nicht im Computer nachbearbeitet werden.

Zusammengefasst

Die TechniBox HD VAC ist ein Einsteigermodell, das alles kann, was man wirklich benötigt, um die Schweizer (und andere) HD-Programme perfekt zu empfangen, aufzuzeichnen und wiederzugeben. Was die Einschränkungen mit den Aufnahmen betrifft, dürften diese für die angepeilte Zielgruppe keine wesentliche Rolle spielen.

Digit Isio S1

Unter der dunkeln, plexigläsernen Front befinden sich rechts Karteneinschübe, in der Mitte das Textdisplay und links oben der Hauptschalter.

Wenn es etwas mehr sein darf, wäre da noch das Technisat Topmodell ohne integrierte Festplatte, das Digit Isio S1.

Neben all den Möglichkeiten der Technibox bietet das Isio zwei LNB Eingänge (Doppeltuner), drei USB-Buchsen, eine eSATA-Buchse, zusätzliche Videoausgänge, eine Ethernetbuchse, einen SD-Kartenleser sowie Einschübe für diverse Karten von Verschlüsselungssystemen.

Für den Einsatz der Viaccess Karte benötigt man einen CI-Modul Adapter, der nicht im Lieferumgang enthalten ist. Zusätzlich erfreut der Isio S1 mit dem gut leserlichen Textdisplay sowie dem integrierten Netzteil.

Erste Schritte

Die völlig überarbeitete und erweiterte Isio-Fernbedienung gibt schon mal einen Vorgeschmack auf die vielen Zusatzfunktionen, die das Gerät bietet.

Die Installation kann je nach Schüsselkonfiguration etwas komplizierter Ausfallen, da Technisat annimmt, dass in der Schweiz der Hauptsatellit immer der Hotbird ist, gefolgt von Astra. Hat man diese mögliche Hürde überwunden, wird man Schritt für Schritt durch die Erstinstallation geführt.

Für die vielen Zusatzmöglichkeiten völlig überarbeitet: Die Fernbedienung des Isio.

Bedienung

Auch hier sind nicht alle Funktionen intuitiv zu finden, doch die wesentlich ausführlichere Kurzanleitung gibt auf die meisten Fragen eine Antwort, so dass die PDF-Datei wesentlich weniger häufig bemüht werden muss. Ohne Anleitung hätte ich jedoch kaum herausgefunden, dass z.B. die «www» Taste bei mehrmaligem drücken andere Funktionen offenlegt.

Ausstattung

Neben den eingangs erwähnten Zusatzbuchsen wartet der Isio S1 dank dem zweiten LNB-Eingang mit der Möglichkeit auf, eine Sendung aufzuzeichnen und eine andere gleichzeitig anzuschauen. Und auch die PIP-Funktion, bei der der vorletzte Sender in einem kleinen Fenster eingeblendet werden kann, ist dank der zwei LNBs möglich (beides funktioniert auch mit einem LNB, wenn sich die Programme auf demselben Transponder befinden).

Dolby Digital Ton wird nicht intern verarbeitet, sondern über HDMI direkt weitergeleitet.
Von der unüberschaubaren Zahl von Sendern kann man die gewünschten in drei verschiedene Favoritenlisten übertragen.

Die Anschlussmöglichkeiten lassen beim Isio kaum Wünsche offen.

Das Aufstarten sowie das Runterfahren des Isio S1 dauern relativ lange. Die rund 40 Sekunden nerven vor allem, wenn man schon spät dran ist, und der Film gleich beginnen wird. Es gibt zwar eine Schnellstartfunktion (höherer Standby Stromverbrauch), bei der jedoch eine angeschlossene, über USB gespiesene, externe Festplatte dauernd «unter Strom» steht. Im Normalfall schaltet sie zusammen mit dem Isio automatisch aus.

Das Umschalten zwischen den Sendern geht flott von statten, dauert bei geschützten Programmen (z.B. SRG) etwas länger, ist jedoch mit rund zwei Sekunden kein Störfaktor.

Mediaplayer

Der Isio S1 erkennt diverse externe Medien via USB resp. eSATA. Auch JPEG-Bilder auf SD-Karten direkt aus der Kamera werden auf Wunsch als Diashow abgespielt. Ob Video- (MPEG-2), Audio- (MP3) oder Bilder (JPEG), die meisten Dateien werden erkannt und wiedergegeben.

Der Isio S1 erkennt diverse externe Medien via USB resp. eSATA. Auch JPEG-Bilder auf SD-Karten direkt aus der Kamera werden auf Wunsch als Diashow abgespielt. Ob Video- (MPEG-2), Audio- (MP3) oder Bilder (JPEG), die meisten Dateien werden erkannt und wiedergegeben.

Die Kartenslots befinden sich unter der rechten Frontklappe, wo sich auch noch ein leicht zugänglicher USB-Anschluss befindet.

Etwas mühsam ist, dass der Player nicht automatisch erkennt, was sich in einem Ordner befindet, man also noch via Fernbedienung angeben muss, ob es sich um Filme, Musik oder Bilder handelt.

Abgesehen davon wäre es schön, wenn auch MFS+ formatierte Festplatten erkannt würden. Es gibt immer mehr Mac-User!

Internet mit Tastatur

Zusätzlich zum TV-Empfangskomfort bietet der Isio S1 noch Internetzugang. Da diese Funktion vor allem in Stufe 2 - Eingabe von URLs und Text - mit der mitgelieferten Fernbedienung und der virtuellen Tastatur auf dem Bildschirm eher mühsam ist, gibt es von Technisat auch eine echte kabellose Tastatur, mit der Eingaben bequem und schnell möglich sind. Allerdings muss man sich daran gewöhnen, dass in vielen Fällen kein Mousepointer vorhanden ist und man die Links mit den Pfeiltasten anpeilen muss.

Eine vollwertige Funk-Tastatur kann zusätzlich erworben werden und wird für fleissige Internet User wärmstens empfohlen. Durch den Tastaturdongle belegt man im Isio zwar eine USB-Buchse, doch stehen ja immer noch zwei zur Verfügung.

Wie beim Computer hängen die Internetmöglichkeiten natürlich in erster Linie von der DSL-Geschwindigkeit ab. Diese wird vom Isio bei der Installation geprüft.

Wenn es mit der Tastatur auch (beinahe) problemlos ist, im Internet zu surfen, so ziehe ich die Bequemlichkeiten des Computers immer noch vor ... aber das ist eine persönliche Präferenz.

DVR

Die Möglichkeiten, Video und Audio auf externe USB- und/oder eSATA-Festplatten aufzuzeichnen sind ausgefeilt und lächerlich einfach. Die aufgezeichneten Daten sind auch vom Computer les- und bearbeitbar. Einfachere Bearbeitungsschritte wie schneiden, kürzen, Marken setzen, Teile löschen usw. sind auch schon im Isio möglich.

Fazit

HD als Videoformat für alle ist nicht aufzuhalten. Die Bezeichnung HD ist jedoch kein Garant für gute Bildqualität. Die hängt immer noch vom Ausgangsmaterial ab.

Der Digit Isio S1 HD-Receiver bietet jedoch eine der momentan bestmöglichen Bildqualitäten, superbe Auflösung und exzellenten Ton. Die zu Beginn nicht immer intuitive Bedienung hat man nach kurzem Training schnell im Griff.

Die Vielseitigkeit und Qualität dieses Produkts lernt man erst nach intensivem Gebrauch kennen und schätzen. Der Digit Isio S1 vermag zu überzeugen, sogar unter Berücksichtigung des Preises.